Geschichte des Schützenvereins Großenmarpe / Erdbruch 1902 e.V.
Die Schützentradition in Großenmarpe/Erdbruch reicht weit in das 19. Jahrhundert zurück. Verschiedene überlieferte Quellen berichten darüber, auch wenn viele schriftliche Nachweise heute nicht mehr existieren oder nur mündlich überliefert wurden.
1. Erste Erwähnungen im 19. Jahrhundert (1839–1857)
Ein Bericht des Schützenvereins Eschenbruch enthält folgenden Hinweis aus dem Bückeburger Landesarchiv:
„In Großenmarpe hatte am 2. Pfingsttag ein ‚Scheibenschießen‘ und am 26. Mai 1839 ein ‚Schützenbier mit Musik und Tanz‘ stattgefunden.“
Quelle: www.schuetzenverein-eschenbruch.de
Auch tragische Ereignisse sind überliefert. So berichtet die Westfälische Zeitung 1857:
„Auf dem benachbarten Dorfe, in Großenmarpe, ereignete sich in diesen Tagen ein Unglücksfall, welcher Beachtung verdient. Beim Ausschießen einer Kuh, was auf unsern Dörfern sehr beliebt und verbreitet ist, wurde nämlich der Scheibenwärter von einer Kugel tödlich getroffen, die vor einen Stein geschlagen und von diesem abgeprallt war.“
Quelle: www.zeitpunkt.nrw, Westfälische Zeitung Nr. 227 vom 27.09.1857
Zwischen 1857 und 1891 fehlen weitere schriftliche Berichte.
2. Vor der Vereinsgründung (1891–1902)
Erst 1891 findet sich wieder ein Zeitungsartikel, der ein Schützenfest erwähnt — damals noch ohne formalen Verein:
„Großenmarpe, 26. Februar. Auch hier wurde am 20. d. M. Schützenfest gefeiert. Der Oberst Mackenberg hat es verstanden, ein vernünftiges Fest zu arrangieren. […] Der beste Schütze war Heinr. Dohmeier und wurde derselbe zum König proklamiert, Vicekönig war Heinr. Micke. Fräulein Ahrens wurde als Königin und Fräulein Stolle als Vicekönigin gewählt.“
Quelle: www.zeitpunkt.nrw, Lippische Landeszeitung Nr. 51 vom 1. März 1891
Das Schützenfest von 1902
Am 4. Juli 1902 erschien eine Anzeige zu einem bevorstehenden Schützenfest. Ein späterer Zeitungsbericht beschreibt das Fest so:
„Großenmarpe, 7. Juli. Endlich wurde in unserem Dorfe in diesem Jahr hier wieder ein Schützenfest gefeiert, unter zahlreicher Beteiligung der Ortsbewohner, soweit Sie im Sommer hier anwesend sind. Auf einem herrlich gelegenen Plätzchen im Püllenberge fand das Königsschießen statt, wobei sich Herr Malermeister Dwars die Königswürde errang. Frau Kaufmann Mische aus Blomberg wurde Königin […]“
Quelle: www.zeitpunkt.nrw, Lippische Landeszeitung vom 8.7.1902
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Mündlichen Überlieferungen zufolge gründete sich der heutige Verein im Zusammenhang mit diesem Fest. Schriftliche Belege existieren jedoch nicht mehr.
3. Zwischenkriegszeit und erneute Aktivitäten (1914–1929)
Während des Ersten Weltkriegs kam das Schützenwesen weitgehend zum Erliegen. Erst 1929 wurde wieder ein Schützenfest beschlossen — begleitet von mehreren Zeitungsberichten.
Ein Hinweis aus Februar 1929:
„[…] das in diesem Jahr, an den Pfingsttagen wieder ein Schützenfest nach altem Brauch und nach alter Art gefeiert werden sollte.“
Quelle: www.zeitpunkt.nrw, Lippische Landeszeitung vom 8.2.1929
Ein weiterer Bericht beschreibt das Königsschießen:
„Im friedlichen Wettstreit konnte Herr Rudolf Brannolte die Königswürde erringen. Durch seinen Adjutanten ließ er Fräulein Emma Trachte die Würde der Schützenkönigin antragen, die diese gern annahm.“
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Das Schützenfest zu Pfingsten 1929 wurde in hohen Tönen gelobt und war aus Sicht der Bevölkerung ein großer Erfolg.
4. Zeit des Zweiten Weltkriegs und Wiederbeginn ab 1953
Nach dem Zweiten Weltkrieg und den schwierigen Nachkriegsjahren kam die Vereinstätigkeit erneut zum Stillstand. Erst 1953 formierte sich eine Gruppe Großenmärper und Erdbrucher Bürger — unter ihnen frühere Schützen — mit dem Ziel, die Tradition wieder aufleben zu lassen.
Bei einer Versammlung im Saal Wallbaum einigte man sich darauf, das Schützenwesen neu zu beleben und die dörfliche Gemeinschaft zu stärken.
Auf dem Gelände „Deutschland Meier“ (heute: Hof Plogstert) entstand ein provisorischer Schießstand, auf dem am 29. und 30. September 1953 ein Preis- und Königschießen stattfand. Beim anschließenden Fest im Saal der Gastwirtschaft Noltemeier herrschte laut Presse:
„[…] der nötige geistige Kampfstoff für Hochstimmung, wie sie besser nicht sein konnte.“
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
1954 konnte schließlich wieder ein großes Schützenfest gefeiert werden.